Google+ keine Chance gegen Diaspora?

Ja, eine reißerische Überschrift ich weiß. Ich will gleich auf den Punkt kommen: Nachdem ich letztens Diaspora auf meinem eigenen Server erfolgreich installieren konnte, verstärkt sich in mir das Gefühl, dass Diaspora doch langsam benutzbar wird und sehr bald zumindest technisch dazu fähig wäre, weit verbreitet genutzt zu werden. Warum sollte man Diaspora nutzen? Kurz: Deine Daten, Dein Server (oder wenigstens ein selbst gewählter.) Föderalisierte Struktur, so dass nicht alles einem Anbieter gehört und Du sogar selber für Dich und andere Anbieter sein kannst.

Aber viel wichtiger scheint mir die Frage: Warum sollte ich Google+ nutzen? Ich mag Google und G+. Aber es ist für mich persönlich wieder mehr Twitter als Facebook: Bei Twitter konnte ich auch nur vereinzelte Leute motivieren mit zu machen, bei Facebook ist jeder, seit etwa 12-18 Monaten auch ich. Und nachdem ich wegen G+ aufgehört hatte Facebook zu nutzen, hab ich zu meinem Geburtstag mal wieder reinschauen (müssen), nur um festzustellen dass all meine Freunde dort fleißig posten und selbst die, die einen G+-Account haben, 99% ihrer Aktivität dort haben. Also: Warum sollte ich G+ nutzen? Es ist ein weiteres zentrales Netz, und auch wenn ich Google im Gegensatz zu Facebook eher vertraue, ist es doch so: Sicher sein kann ich mir nicht, dass mit meinen Daten nicht irgendwann was negatives passiert. Außerdem bin ich ein wenig enttäuscht, dass G+ sich so viel Zeit mit der API zum Entwickeln externer Clients und Programme braucht. Ich denke das ist ein sehr wichtiges Feature, so dass Menschen Multi-Seiten-Clients nutzen können und alles in einer Zeitleiste sehen können. Facebook dagegen kopiert munter die wichtigsten G+ Features und meine Freunde sind auch schon dort.

Diaspora dagegen unterscheidet sich von G+ ziemlich wenig: Ähnliche Features, ähnlich leer. Aber wenigstens habe ich wirkliche Kontrolle über meine Daten. Und da frage ich mich doch: Sollte ich nicht lieber meine Aktivitäten auf Facebook und Diaspora verteilen, mit dem Versuch Leute zu Diaspora zu migrieren? Ich denke zwar, dass das genauso erfolgreich laufen wird wie meine wenig genutzten Jabber-Accounts. Auch da hoffte ich, nach jahrelanger Nutzung, dass mit Googles starker Position und dem kompatiblen Google Talk die weniger technische Gesellschaft durchdrungen werden würde und ich da mal eine vollere Kontaktliste haben würde. Die hängt aber immer noch bei ICQ, MSN und neuerdings WhatsApp rum. 🙁

Zum Abschluss noch versöhnliche Worte G+ gegenüber: Ich mag es echt. Und mein Feed ist wirklich interessant, gefüllt mit Inhalt von bekannteren Netzpersönlichkeiten und weniger bekannten Menschen, die ich einfach so gefunden habe. Nur Persönliches finde ich leider eher selten.

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